{"id":4476,"date":"2020-07-14T09:13:25","date_gmt":"2020-07-14T07:13:25","guid":{"rendered":"https:\/\/wanderlustfirst.eu\/?p=4476"},"modified":"2020-07-14T14:18:41","modified_gmt":"2020-07-14T12:18:41","slug":"diamanten-meilenschwindel-und-sperrgebiete","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wanderlustfirst.eu\/?p=4476","title":{"rendered":"Meilenschwindel, Diamanten und Sperrgebiete"},"content":{"rendered":"\n<h5>Deutsche Spuren in Namibia<\/h5>\n\n\n\n<p>Direkt nach dem Skeleton Coast National Park fuhr ich nach Swakopmund. Ich verbrachte dort zwei Tage und fand das St\u00e4dtchen nett. Das Wort \u201enett\u201c wird leider \u00f6fters als Schimpfwort benutzt, wenn man irgendwas stinklangweilig findet und dies noch mit Sarkasmus zum Ausdruck bringen m\u00f6chte. Aber ich fand Swakopmund im wahrsten Sinne des Wortes NETT, also nicht \u00fcberw\u00e4ltigend sch\u00f6n oder extrem attraktiv, daf\u00fcr aber angenehm \u2013 einfach nett. Es gab ein nettes Camping, wo ich einen netten Platz f\u00fcr mein Zelt und das Bike hatte, viele nette H\u00e4user mit netten G\u00e4rten, Caf\u00e9s und Restaurants mit leckeren Speisen, einen netten Strand, wo man entlang spazieren konnte. Am Ende war ich echt zufrieden, dort zwei nette Tage verbracht zu haben.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Und es gab einen netten Mann in Swakopmund, der mich auf der Stra\u00dfe ansprach und um Hilfe bat:&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbIch habe eine gro\u00dfe Familie und sie hat Hunger. K\u00f6nnen Sie mir helfen?\u00ab, l\u00e4chelte er breit.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbEeee, ich denke schon\u00ab, antwortete ich etwas \u00fcberrascht von seiner Frage.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbOk, kommen Sie mit\u00ab, sagte er schnell und lief los, als ob er mir die Chance sofort wegnehmen wollte, meine Entscheidung doch noch zu \u00fcberdenken.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Wir gingen in einen Supermarkt. Unterwegs erz\u00e4hlte er mir, dass er Zucker und Mehl f\u00fcr die Familie br\u00e4uchte. \u00bbOk, kein Problem\u00ab, sagte ich. \u201eDie zwei Sachen kann ich ihm definitiv kaufen\u201c &#8211; dachte ich, \u201eImmerhin hat er nicht nach Geld, sondern nach Lebensmitteln gefragt.\u201c Ich folgte ihm und es sah so aus, als ob er sofort Bescheid wusste, wo was im Markt zu finden w\u00e4re. Ich hatte das Gef\u00fchl, dass ich nicht der erste gl\u00fcckliche Tourist war, der seine Eink\u00e4ufe sponsern durfte. Wir hielten an der Zuckerabteilung und der Mann schnappte sich gleich einen 10kg-Sack! Meine Augen weiteten sich:&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbMein lieber Freund! \u00dcbertreibe jetzt bitte nicht!\u00ab, sagte ich mit einem kritischen Blick. Er legte den XXL-Sack wieder zur\u00fcck ins Regal und l\u00e4chelte dabei schelmisch. Dann nahm er sich die n\u00e4chste verf\u00fcgbare Gr\u00f6\u00dfe: 5kg!&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbNein!\u00ab, sagte ich mit Nachdruck und nahm selbst ein 2kg-Sack vom Regal und \u00fcbergab ihm diesen. \u00bbOk\u00ab, sagte er und l\u00e4chelte mich zufrieden an. \u00bbSo, jetzt kriegst du dein Mehl und gut ist, ja?\u00ab \u2013 fragte ich. \u00bbOk\u00ab, antwortete er. Diesmal w\u00e4hlte ich ihm selbst die Gr\u00f6\u00dfe. Der Sack war etwa so gro\u00df wie der mit Zucker. \u00bbKann ich noch eine Cola haben?\u00ab, fragte er. \u00bbJa, ist in Ordnung\u00ab, willigte ich ein, ahnend, dass es gleich noch einen weiteren Wunsch geben w\u00fcrde. \u00bbKaufst Du mir noch ein H\u00fchnchen?\u00ab kam im Anschluss raus. \u00bbNein!\u00ab, ich musste ihm jetzt zeigen, dass irgendwann Schluss ist. \u00bbOk, kein Problem\u00ab, grinste er. Er hat\u2018s halt versucht. Ich war sicher, dass noch ganz viel auf seiner Einkaufsliste stand.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Wir gingen nun zur Kasse und ich zahlte die Eink\u00e4ufe. Mein Freund sagte noch kurz \u00bbdanke!\u00ab und verschwand. Was f\u00fcr eine au\u00dfergew\u00f6hnliche Begegnung! \u201eDiese Karma-Punkte werde ich vielleicht bei meinem n\u00e4chsten Offroad-Ausflug brauchen\u201c \u2013 ging mir noch durch den Kopf. Sp\u00e4ter bereute ich noch, ihm doch nicht die XXL-S\u00e4cke gekauft zu haben. Daf\u00fcr h\u00e4tte ich verlangen k\u00f6nnen, ihn nach Hause zu begleiten und zu schauen, wie er lebt, ob er nicht von seiner Frau misshandelt wird und ob seine Kinder (und wie viele) s\u00fc\u00df aussehen und neugierige Fragen stellen. Vielleicht h\u00e4tten wir zusammen noch Tee getrunken und die von seiner Frau selbst gebackenen Kekse gegessen. Dann w\u00e4re ich allerdings Gefahr gelaufen, dass er noch ein Dach h\u00e4tte, dass repariert h\u00e4tte werden m\u00fcssen oder sonst irgendwelche Gartenarbeiten. Verdammt! Ich habe soeben eine Chance verpasst, etwas au\u00dfergew\u00f6hnliches zu erleben!&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Dieses kleine Supermarkt-Abenteuer war dann doch das Einzige, welches ann\u00e4herend das Pr\u00e4dikat \u201eexciting\u201c verdiente. Irgendwie war ich nicht sehr motiviert, mich mit der Stadt selbst zu besch\u00e4ftigen: Museen aufzusuchen, \u00fcber die Stadtgeschichte zu lernen, auf Erkundungstouren zu gehen. Ich freute mich viel mehr auf die andere K\u00fcstenstadt, die ich unbedingt kennenlernen wollte: L\u00fcderitz! Der Name klang schon so, als g\u00e4be es dort an jeder Ecke deutsche Spuren zu entdecken. Vielleicht nicht gleich einen Biergarten oder Curry-Wurst-Imbiss an jeder Ecke. Aber es war definitiv der deutscheste Stadtname in ganz Afrika! 1200km, zwei Tage und einen Sandsturm sp\u00e4ter war ich dort angekommen.<\/p>\n\n\n\n<p>L\u00fcderitz entt\u00e4uschte mich nicht. Ich verbrachte dort einige Tage und erfuhr viele interessante Stories aus der Stadtgeschichte. Den Anfang habe ich im stadtgeschichtlichen Museum gemacht, welches sich wohl vor zu gro\u00dfem Besucherandrang mit ziemlich strengen \u00d6ffnungszeiten sch\u00fctzt: Mntags bis Freitags, von 15:30-17:00 Uhr, f\u00fcr ganze 90 Minuten ge\u00f6ffnet! Das hei\u00dft, wenn man sp\u00e4t Lunch hat und der Kellner sich Zeit nimmt, den Nachtisch zu liefern oder die Rechnung zu \u00fcbergeben, dann hast Du zwei Optionen: fliehen, ohne die Rechnung zu zahlen oder das Besuchszeitfenster im Museum zu verpassen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>An jenem Tag verzichtete ich auf das Dessert und war p\u00fcnktlich zur \u00d6ffnung vor Ort. Das kleine \u201eHeimatmuseum\u201c bietet mehr an, als es auf den ersten Blick vermuten oder von den \u00d6ffnungszeiten erahnen l\u00e4\u00dft. Gegr\u00fcndet wurde es Mitte der 60er von den in L\u00fcderitz lebenden Namibier deutscher Abstammung. Die Sammelst\u00fccke befinden sich alle in einem ca. 40-50qm gro\u00dfen Raum. Dazu geh\u00f6ren alte Waffen namibischer St\u00e4mme, Infotafeln zu  diesen V\u00f6lkern, geologische Funde aus der Region, Informationen zur Fauna und Flora. Es gibt nat\u00fcrlich auch Geschichten \u00fcber die Anf\u00e4nge der Stadt und ihrem Namensgeber Adolf L\u00fcderitz. Es gab auch einen separaten Bereich\u00fcber die Geschichte der Diamantenf\u00f6rderung in der Region. Es ist die Geschichte der Siedlung Kolmannskuppe, die ca. 12 km \u00f6stlich von L\u00fcderitz liegt.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Beide Geschichten, die von der Gr\u00fcndung von L\u00fcderitz als auch die von Kolmannskuppe handeln von den ersten deutschen Versuchen, Gebiete in Afrika zu kolonialisieren, und von den ersten deutschen Abenteurern, die dort im s\u00fcdlichen Afrika nach Gl\u00fcck, Abenteuer und Reichtum suchten.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Die Stadt L\u00fcderitz (fr\u00fcher L\u00fcderitzbucht) verdankt ihren Namen dem Bremer Kaufmann Adolf L\u00fcderitz. Mit reichlich Geld (seines Vaters) und Abenteuerlust gesegnet, unternahm der Adolf diverse Versuche in \u00dcbersee nach Erfolg und Ruhm zu greifen. Leider mit nicht sehr viel Gl\u00fcck. In Mexiko durchkreuzte eine Revolution seine Pl\u00e4ne und im westafrikanischen Lagos reichte sein unternehmerisches Geschick nicht aus, um es mit der britischen Konkurrenz aufzunehmen. Aufgeben wollte er dennoch nicht, denn an Geld mangelte es ihm nicht. 1866 heiratete er die reiche Bremerin Emmy von Lingen. 1878 verstarb sein Vater und L\u00fcderitz \u00fcbernahm sein profitables Tabakgesch\u00e4ft. Nun konnte er sich wieder seinen Afrika-Tr\u00e4umen zuwenden und fand einen Partner, der dieselbe Passion teilte: den jungen Bremer Heinrich Vogelsang. Im Auftrag von L\u00fcderitz fuhr Vogelsang zun\u00e4chst nach Kapstadt, recherchierte ausf\u00fchrlich \u00fcber S\u00fcdwestafrika und fand heraus, dass die Bucht Angra Pequena ein g\u00fcnstiger Ort w\u00e4re, um dort eine Siedlung zu gr\u00fcnden und eine Basis f\u00fcr weitere Unternehmungen zu etablieren. <\/p>\n\n\n\n<p>Da bisher keine der Kolonialm\u00e4chte auf diesem Gebiet unterwegs waren, bot sich sogar die Chance, dort eine deutsche Kolonie zu gr\u00fcnden. Im Wege standen lediglich noch die einheimischen St\u00e4mme, denen das Gebiet geh\u00f6rte. Die Deutschen machten einen Tauschhandel mit dem Nama-Stammesf\u00fchrer Josef Frederiks II. F\u00fcr 100 Pfund in Gold und 200 Gewehre erhielt L\u00fcderitz die Bucht Angra Pequena sowie das Land im Umkreis von 5 Meilen. Wenige Monate sp\u00e4ter wurde der Vertrag erweitert und f\u00fcr weitere 500 Pfund sowie 60 Gewehre vergr\u00f6\u00dferte sich der Besitz von L\u00fcderitz um weitere 20 Meilen. Was Josef Frederiks nicht ahnte: L\u00fcderitz meinte im Vertrag die preu\u00dfischen Meilen (7,5km) und nicht die englischen (1,6km). So wurde der Chief \u00fcber den Tisch gezogen und verlor auf einmal fast sein gesamtes Stammgebiet. Kein Wunder, dass dieser Handel in die Geschichte als \u201eMeilenschwindel\u201c einging und dem Adolf L\u00fcderitz den Spottnamen \u201eL\u00fcgenfritz\u201c einbrachte.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Nun begann Adolf L\u00fcderitz mit der Suche nach Bodensch\u00e4tzen, denn sein Geldbeutel fing langsam an, leer zu werden. Er holte Bergbauexperten und sandte Expeditionen aus. 1886 organisierte er mit Hilfe der deutschen Kolonialgesellschaft eine gro\u00dfe Expedition zur Erkundung der Ansiedlungsm\u00f6glichkeiten an der M\u00fcndung des Oranje-Flusses. Diese hunderte von Kilometern lange Wanderung durch die W\u00fcste ersch\u00f6pfte ihn aber so sehr, dass er beschloss, den R\u00fcckweg auf einem Boot zur\u00fcckzulegen, statt wie alle anderen den beschwerlichen Landweg zu nehmen. Seither hat man nie wieder etwas von ihm geh\u00f6rt. H\u00e4tte L\u00fcderitz zu seiner Zeit von der Benguela Atlantik-Str\u00f6mung und ihre Gefahren geh\u00f6rt, w\u00e4re er wahrscheinlich brav mit den anderen nach Hause zur\u00fcckspaziert. Aber man k\u00f6nnte auch sagen, Karma war im Spiel: der Meilenschwindel blieb nicht ungestraft\u2026&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Zur Ehrung seiner Verdienste f\u00fcr die Gr\u00fcndung der ersten deutschen Kolonie verlieh die Kolonialgesellschaft der Bucht von Angra Pequena den neuen Namen L\u00fcderitzbucht und die sich daraus sp\u00e4ter entwickelnde Stadt erhielt den Namen L\u00fcderitz.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Nun war mein pers\u00f6nliches fotografisches Highlight als n\u00e4chstes dran: die Geisterstadt Kolmannskuppe. Die Recherche ergab, dass man die Siedlung am Vormittag besuchen konnte und es wurden zwei F\u00fchrungen angeboten: eine um 9:00 und eine um 11:00 Uhr. So stand ich am 19. Dezember streberhaft um 8:30 Uhr im Museumscaf\u00e9 auf der Matte und wartete auf meine deutschsprachige F\u00fchrerin. Gisela war eine zierliche, sicherlich \u00fcber 70-j\u00e4hrige Frau, daf\u00fcr aber mit viel Charisma und Energie. Sie erz\u00e4hlte, dass sie eine geb\u00fcrtige L\u00fcderitzerin sei. Mehr noch: bereits ihre Mutter wurde in L\u00fcderitz geboren.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Gisela selbst war eine wahre Enzyklop\u00e4die, was das Wissen \u00fcber L\u00fcderitz und Kolmannskuppe betrifft. Sie f\u00fchrte uns, eine kleine Gruppe Deutscher, durch die H\u00e4user, erz\u00e4hlte uns ihre Geschichte und die von der Entstehung der Siedlung. Am Ende zeigte sie uns ein kleines Kriminalmuseum, zu dem ich noch sp\u00e4ter zur\u00fcckkommen werden.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr die Entstehung von L\u00fcderitz war die Abenteuerlust, Mut, starker Wille und die List des Gesch\u00e4ftsmanns Adolf L\u00fcderitz verantwortlich. F\u00fcr die Geburt der Siedlung Kolmanskuppe trug Asthma bei. August Stauch, Mitarbeiter der Reichsbahn im th\u00fcringischen Ettenhausen, litt n\u00e4mlich an einem \u00fcberempfindlichen Bronchialsystem. Auf Empfehlung seines Arztes lie\u00df er sich nach Deutsch-S\u00fcdwestafrika versetzten, wo er die ziemlich \u00f6de Aufgabe bekam, die Bahnstrecke zwischen den beiden St\u00e4dtchen Aus und L\u00fcderitz vom Sand frei zu halten. Es ist nicht \u00fcberliefert, wie gut sich das trockene und hei\u00dfe Klima der Namib-W\u00fcste auf seine Gesundheit auswirkte. Es ist aber ziemlich genau bekannt, dass es seinem Geldbeutel zugute kam. Am 10. April 1908 kam Zacharias Lewala, einer der Mitarbeiter, zu Stauch und hielt ihm ein glitzerndes Steinchen vor die Nase. Als Hobby-Mineraloge erkannte Stauch, dass dieser Fund von Bedeutung sein k\u00f6nnte. Er steckte den Stein erst einmal in die Tasche und tat so, als ob er nicht von gro\u00dfer Bedeutung w\u00e4re. Ein paar Tage sp\u00e4ter lie\u00df er den Stein von einem Profi-Geologen untersuchen und erlangte die Gewissheit: es handelte sich um einen reinen Diamanten. Kurzer Hand schmi\u00df er den Beamtenjob bei der Bahn hin und sicherte sich schnell mehrere Claims, also Gebietsrechte, um nach Bodensch\u00e4tzen zu graben, dort wo der erste Stein gefunden wurde. Die Nachricht \u00fcber den Fund konnte Stauch nicht sehr lange f\u00fcr sich behalten. Es brach ein wahres Diamanten-Fieber aus. Fast \u00fcber Nacht kamen andere Diamantensucher; es entstand schnell ein Camp und schon bald das St\u00e4dtchen Kolmannskuppe. Den Namen verdankt die Siedlung allerdings Johnny Coleman, einem Einheimischen aus dem Stamm Nama, der an dieser Stelle mit seinem Ochsenkarren w\u00e4hrend eines Sandsturms stecken blieb. Coleman konnte sich retten, musste allerdings seinen Karren samt Zugtier hinter sich lassen. Dass er selbst \u00fcberlebte, musste die Lokalbev\u00f6lkerung so schwer beeindruckt haben, dass sie die Siedlung nach ihm benannten, vielleicht in der Hoffnung, dass die Stadt, wie einst Coleman, der Namib-W\u00fcste trotzen w\u00fcrde.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p>Und die Namib hat es in sich. Sie ist mit 80 Mio. Jahren die \u00e4lteste W\u00fcste der Welt und zugleich einer der unwirtschaftlichsten Orte der Erde: tags\u00fcber k\u00f6nnen die Temperaturen \u00fcber 50\u00b0 erreichen, nachts unter 0\u00b0 fallen, es gibt h\u00e4ufige Sandst\u00fcrme (bis zu 200 im Jahr) und jahrzehntelang andauernde Trockenperioden. Es gibt hier kaum Vegetation. Eine ber\u00fchmte Ausnahme ist die Welwitschia mirabilis, auch liebevoll Welwitschie genannt, eine sehr interessante Pflanze! Die Welwitschie (genannt so nach dem Entdecker, dem \u00f6sterreichischen Botaniker Friedrich Welwitsch) ist ein interessantes und zugleich extrem sonderbares Gew\u00e4chs. Au\u00dfer ihrer F\u00e4higkeit extrem lange Durstperioden zu \u00fcberleben, ist die Welwitschie sehr langlebig: sie schafft es, mehrere hundert Jahre zu leben. Es gibt sogar \u00fcber 1500 Jahre alte Exemplare. Mehr noch: diese Pflanze ist der einzige Vertreter der eigenen Gattung, und obwohl sie nicht vom Aussterben bedroht ist, steht sie wegen ihrer Bekanntheit unter Schutz. Man darf nicht einfach so in die W\u00fcste mit einer Schaufel fahren und sich die Pflanze f\u00fcr den eigenen Garten ausgraben. Daf\u00fcr ist aber der Handel mit den Samen gestattet. Also, wenn es Leute gibt, die es schaffen, Kakteen verdursten zu lassen, dann k\u00f6nnten sie vielleicht mit der Welwitschie mehr Gl\u00fcck haben. Man muss sie nur alle paar Jahrzehnte gie\u00dfen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie sieht nun dieses Sonderling aus? Ich w\u00fcrde sagen: fast wie ein toter Alien, der aus dem All kam, Pech hatte und in der W\u00fcste austrocknete, weil ihn niemand wieder abholte. Dieses Monstrum w\u00e4chst nicht in die H\u00f6he, sondern in die Breite. Platz ist ja genug da. Die gr\u00fcn-braunen Bl\u00e4tter, die an den Enden ausgetrocknet zu grau-silbernen langen Str\u00e4hnen werden, k\u00f6nnen bis zu mehreren Metern lang sein. In der Mitte befindet sich die Bl\u00fcte: eine Ansammlung von lila-roten \u201eParasitenpilzen\u201c, die die Pflanze befallen haben und sie ins Verderben brachten. Ich habe noch nie so ein sonderbares Gew\u00e4chs gesehen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Nun aber zur\u00fcck zu unserer Diamanten-Siedlung, die ebenso ein wahres Wunder war. Die Stadt wurde w\u00f6rtlich auf Sand gebaut. In der Umgebung gab es kein Trinkwasser, keinen Boden, um etwas Essbares anzubauen. Nur Sand und immer wieder Sandst\u00fcrme. Aber die Diamanten machten es m\u00f6glich: innerhalb k\u00fcrzester Zeit entstand eine Stadt, die an Reichtum und Dekadenz zu damaliger Zeit un\u00fcbertroffen war. Sie wurde zur reichsten Stadt Afrikas, gemessen am pro Kopf-Einkommen. Den 400 Bewohnern von Kolmannskuppe hat es an nichts gefehlt: es gab eine Turnhalle und einen Ballsaal, eine Eis- und Limonadenfabrik, Tante-Emma-Laden, B\u00e4ckerei und Metzgerei, Kegelbahn mit einer Bar, Casino, Schule und ein Elektrizit\u00e4tswerk. Man musste das Trinkwasser aus dem 1000km entfernten Kapstadt per Schiff transportieren, was die Bewohner aber nicht daran hinderte, ein Schwimmbad zu bauen. Dekadenter ging es nicht. Die Oberschicht wohnte in herrschaftlichen Villen mit G\u00e4rten. Das Baumaterial und die M\u00f6bel wurden aus Deutschland geholt. Die einfachen (wei\u00dfen) Mitarbeiter lebten in Holzh\u00e4usern. Die ca. 800 schwarzen Hilfsarbeiter (vom Ovambo-Stamm) lebten in Baracken au\u00dferhalb der Stadt. Da war die Gro\u00dfz\u00fcgigkeit und Spendierlaune der wei\u00dfen Herren auch nicht mehr so ausgepr\u00e4gt. Es k\u00fcmmerte niemanden, dass es f\u00fcr zwei schwarze Arbeiter nur ein Bett gab: da es 12-st\u00fcndige Schichten gab, wechselte man sich halt beim Schlafen ab. Der Arbeitstag war auch kein Zuckerschlecken. Die Arbeiter krochen bei \u00fcber 40\u00b0C im Sand auf dem Bauch und sammelten kostbare glitzernden Steinchen. Ausbeutung in besten kolonialen Manieren.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>In Kolmanskuppe gab es auch ein Krankenhaus, dass au\u00dferdem das erste R\u00f6ntgen-Ger\u00e4t auf afrikanischen Boden besa\u00df. Es war nat\u00fcrlich nicht daf\u00fcr da, um gebrochene Extremit\u00e4ten zu untersuchen, sondern um das Innere der Diamantendiebe zu durchleuchten um sicherzugehen, dass sie die Ware nicht verschluckt oder sie in sonstigen K\u00f6rper\u00f6ffnungen verstecken wollten.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Doch nach der ersten wilden Phase des Steinesammelns kam die deutsche Kolonialverwaltung und setzte dem Diamanten-Fieber einen D\u00e4mpfer: im September 1908 (nur 4 Monate nach der Entdeckung) wurde ein Sperrgebiet errichtet. Es war ca. 100km breit und 300km lang. Von nun an wollte der Staat von dem Schatz Profit schlagen und duldete keinen wilden Abbau mehr. Nat\u00fcrlich behielt August Stauch und all die anderen, die sich die Claims bereits gesichert hatten, ihre Rechte. Stauch selbst verdiente Millionen mit den Diamanten und zog sich dann nach knapp 20 Jahren zur\u00fcck aus dem Gesch\u00e4ft. Leider hatte ihn sp\u00e4ter das Gl\u00fcck verlassen: er verlor sein Gesamtverm\u00f6gen in der Weltwirtschaftskrise 1930. Er starb 1947 im Krankenhaus in seiner th\u00fcringischer Heimat an Magenkrebs. Man fand bei ihm gerade 2,50 Mark.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Die Bl\u00fctezeit Kolmannskuppe dauerte nicht lange. Die Diamantenvorkommen waren bald ersch\u00f6pft. Und als man 1931 neue Diamantenfelder an der Oranje-M\u00fcndung entdeckte, lie\u00dfen die Bewohner alles liegen und zogen gen S\u00fcden. 1956 machte das Krankenhaus zu und kurz darauf verlie\u00df der \u201eletze Mohikaner\u201c die Siedlung. Die Namib-W\u00fcste holte sich dann das Gebiet nach und nach zur\u00fcck. Kolmannskuppe wurde zur \u201eGeisterstadt\u201c. Sie verfiel mehr und mehr. Mit der Zeit wurde sie auch zur \u201eFundgrube\u201c f\u00fcr die Bewohner von L\u00fcderitz, die Baumaterial ben\u00f6tigten. Und dort wo man die T\u00fcren und Fenster nicht schlo\u00df, f\u00fcllten sich die R\u00e4ume mit Sand, sogar bis unter die Decke.<\/p>\n\n\n\n<p>In den 1980-er Jahren sagte man dem Vandalismus \u201estop\u201c und begann mit der Restaurierung von einigen Geb\u00e4uden. Heute ist Kolmannskuppe ein Freilichtmuseum der besonderen Art. Die Turnhalle wurde saniert, ein Shop und ein Caf\u00e9 eingerichtet. Man kann auch die mit Sand gef\u00fcllten H\u00e4user besuchen \u2013 wenn sie nicht akut einsturzgef\u00e4hrdet sind. Manche \u2013 wie das Krankenhaus \u2013 wirken etwas gruselig.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Sehr sehenswert ist das kleine Kriminalmuseum, das die spektakul\u00e4rsten Diamanten-Diebstahlversuche dokumentiert hat. Einige davon lassen staunen, wie einfallsreich so mancher Versuch war: zu gro\u00dfe Schuhe, Tauben als Lieferanten, Armbrust, um die Diamanten in die W\u00fcste zu schie\u00dfen. Vom eigenen K\u00f6rper als Versteck war schon die Rede. Diese Vorf\u00e4lle beziehen sich nicht nur auf Kolmannskuppe, sondern auf die gesamte Diamanten-Region. Denn nachdem die Vorkommen ersch\u00f6pft waren \u2013&nbsp;immerhin wurden dort 6,5 Mio. Karat abgebaut (1,3 Tonne Diamanten!) \u2013 fand man andere Diamantenfelder. Der Abbau von Diamanten dauert bis heute an.&nbsp; Namibia ist heute immerhin Nummer 3 weltweit.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Das damalige Sperrgebiet ist heute noch immer vorhanden. Man braucht eine spezielle Erlaubnis, um dort ein Fu\u00df hinein zu setzen \u2013 nat\u00fcrlich nur unter Aufsicht. Die namibische Regierung erkl\u00e4rte das Gebiet immerhin zum Nationalpark. In einigen Jahren sollte auch die Sperrung aufgehoben werden und man wird das Gebiet wieder frei bereisen k\u00f6nnen. Vielleicht liegt da noch so mancher Diamant und wartet darauf, gefunden zu werden.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h5>Zu den Fotogalerien<\/h5>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-media-text alignwide is-stacked-on-mobile\"><figure class=\"wp-block-media-text__media\"><a href=\"https:\/\/wanderlustfirst.eu\/?p=1042\"><img data-attachment-id=\"1061\" data-permalink=\"https:\/\/wanderlustfirst.eu\/?attachment_id=1061\" data-orig-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/wanderlustfirst.eu\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/msl01445.jpg?fit=2048%2C1365&amp;ssl=1\" data-orig-size=\"2048,1365\" data-comments-opened=\"1\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;5.6&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;Mariusz 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